WLAN für zuhause

WLAN ohne Festnetz: wann ein LTE- oder 5G-Router reicht

Ein Router mit SIM-Karte macht aus dem Mobilfunknetz ein WLAN für die ganze Wohnung. Ob das auf Dauer trägt, hängt an drei Dingen: wie gut die Funkzelle bei dir ankommt, wie viel dein Haushalt verbraucht und was du vom Netz erwartest.

Wie ein Router ohne Leitung funktioniert

Ein LTE- oder 5G-Router ist im Grunde ein Handy ohne Bildschirm. Er bucht sich mit seiner SIM-Karte in die nächste Funkzelle ein und gibt die Verbindung als WLAN und über LAN-Buchsen an deine Geräte weiter. Kein Techniker, keine Dose, kein Termin. Das macht ihn beliebt für die erste Zeit nach einem Umzug, für Ferienhäuser und für Adressen, an denen die Leitung nur wenige MBit/s bringt.

Die Kehrseite: Du teilst die Funkzelle mit allen, die gerade in ihrer Nähe telefonieren, surfen und streamen. Morgens um zehn ist sie leer, abends um neun voll. Was ein Mobilfunkrouter liefert, schwankt deshalb stärker als jeder Festnetzanschluss.

Empfang prüfen, bevor du dich festlegst

Die Netzkarten der Anbieter zeigen, wo LTE und 5G verfügbar sind. Achte darauf, ob die Karte Empfang im Freien oder in Gebäuden meint, das macht einen großen Unterschied. Noch besser ist ein Test vor Ort: Ein Handy im selben Netz, ein Geschwindigkeitstest am geplanten Platz des Routers, zu verschiedenen Tageszeiten.

Die meisten Router zeigen im Menü genauere Werte als die Balken auf dem Handy. Die beiden, auf die es ankommt, heißen RSRP, das ist die Signalstärke, und SINR, das Verhältnis von Signal zu Störungen. Du musst die Zahlen nicht auswendig kennen. Nutze sie zum Vergleichen: Stell den Router an drei Stellen auf, notier die Werte und nimm den Platz mit den besten.

Fast immer ist das ein Fenster auf der Seite, die dem Sendemast zugewandt ist, und eher oben als unten. Ein Router im Keller oder in der Mitte des Hauses verliert viel. Moderne Fenster mit Wärmeschutzbeschichtung dämpfen Mobilfunk übrigens stärker, als man denkt.

Wann eine Außenantenne hilft

Ist der Empfang drinnen schwach und draußen gut, lohnt eine Außenantenne. Sie sitzt am Fensterrahmen, auf dem Balkon oder am Dach und wird per Kabel mit dem Router verbunden. Dafür braucht dein Router Antennenanschlüsse, das steht im Datenblatt. LTE und 5G arbeiten mit mehreren Antennen gleichzeitig, deshalb haben gute Außenantennen zwei Anschlüsse und brauchen zwei Kabel.

Halte die Kabel so kurz wie möglich, jeder Meter kostet Signal. Richtantennen musst du auf den Mast ausrichten, Rundstrahler nicht. Wohnst du zur Miete, frag vor der Montage an der Fassade beim Vermieter nach.

Wie viel Datenvolumen du brauchst

Surfen, Mails und Messenger fallen kaum ins Gewicht. Was Volumen frisst, ist Video. Rechne grob so:

NutzungBandbreite etwaVolumen je Stunde etwa
Video in HD5 MBit/sgut 2 GB
Video in 4K25 MBit/sgut 11 GB
Videoanruf2 bis 4 MBit/s1 bis 2 GB

Umgerechnet aus der Bandbreite. Dienste regeln ihre Qualität selbst, die echten Werte liegen mal darüber, mal darunter.

Zwei Stunden HD am Abend sind so schon über hundert Gigabyte im Monat. Dazu kommen Updates für Konsolen, Rechner und Handys, die einzeln mehrere Gigabyte groß sein können. Für einen Haushalt, der regelmäßig streamt, ist ein Tarif ohne feste Grenze deshalb meist die ruhigere Wahl.

Lies die Bedingungen genau. Manche Router-Tarife gelten nur an der angegebenen Adresse, manche drosseln nach einer bestimmten Menge, und normale Handytarife untersagen oft den Dauerbetrieb im Router.

Was ein Mobilfunkrouter schlechter kann

Für Streaming, Surfen und Homeoffice reicht ein guter Mobilfunkempfang. Es gibt aber Dinge, die er schlechter kann als eine Leitung.

Die Latenz ist höher und schwankt mehr. Bei Onlinespielen und Videoanrufen merkst du das eher als beim Film. Mit 5G ist es besser geworden, an eine Glasfaserleitung reicht es nicht heran.

Der Zugriff von außen ist schwierig. Im Mobilfunk teilen sich viele Kunden eine öffentliche IPv4-Adresse. Wer von unterwegs auf die Kamera, den Netzwerkspeicher oder ein VPN nach Hause zugreifen will, stößt damit an Grenzen. Über IPv6 oder einen Dienst, der die Verbindung von innen aufbaut, geht es trotzdem, nur nicht so einfach.

Telefonie läuft anders. Ein Festnetz-Telefon an der Buchse des Routers funktioniert nur, wenn Router und Tarif das ausdrücklich unterstützen.

Wann es reicht und wann nicht

  • Reicht meist: guter Empfang am Fenster, ein oder zwei Personen, Surfen, Streaming, Homeoffice
  • Reicht als Übergang: nach dem Umzug, bis die Leitung geschaltet ist
  • Reicht oft besser als schwaches DSL: auf dem Land, wenn die Leitung nur wenige MBit/s liefert
  • Wird knapp: großer Haushalt mit viel 4K, abends überlastete Funkzelle
  • Passt schlecht: Onlinespiele mit Anspruch, Zugriff von außen, Server zuhause

Ob an deiner Adresse eine Leitung liegt, die den Mobilfunk schlägt, steht auf der Seite deines Orts. Den bundesweiten Überblick über Anschlüsse, Leitungsarten und Router-Tarife findest du im Vergleich für dein WLAN zuhause.

Häufige Fragen

Reicht ein LTE-Router als Ersatz für DSL?

Oft ja, wenn die Netzabdeckung an deiner Adresse gut ist und der Tarif genug Datenvolumen hat. Für Streaming, Videoanrufe und Surfen reicht LTE bei gutem Empfang meist aus. Schwierig wird es bei sehr hohem Verbrauch, bei stark ausgelasteten Funkzellen und wenn du von außen auf Geräte zuhause zugreifen willst.

Wie viel Datenvolumen braucht ein Haushalt im Monat?

Das hängt fast nur am Streaming. Eine Stunde Video in HD mit rund 5 MBit/s sind gut zwei Gigabyte, in 4K mit rund 25 MBit/s über zehn. Wer abends regelmäßig streamt, kommt schnell auf mehrere hundert Gigabyte im Monat. Sieh im Router oder in der App deines Anbieters nach, was du tatsächlich verbrauchst, bevor du dich auf ein Volumen festlegst.

Bringt eine Außenantenne für den LTE-Router etwas?

Bei schwachem Empfang im Haus oft viel. Die Antenne sitzt außen oder am Fenster, hat freie Sicht Richtung Sendemast und umgeht die Dämpfung durch Wände und beschichtetes Glas. Voraussetzung ist ein Router mit Antennenanschlüssen. Für LTE und 5G brauchst du meist zwei Kabel, weil die Geräte mit mehreren Antennen gleichzeitig arbeiten.

Kann ich eine normale Handy-SIM in einen LTE-Router stecken?

Technisch meist ja. Viele Handytarife untersagen aber in ihren Bedingungen den Dauerbetrieb in einem stationären Router oder drosseln nach einer bestimmten Datenmenge. Für den Router gibt es eigene Tarife, die manchmal an eine Adresse gebunden sind. Lies die Bedingungen, bevor du dich darauf verlässt.

Was in deinem Ort möglich ist

Auf der Seite deines Orts steht, welche Leitungen dort liegen, welche Anbieter verkaufen und welche Hotspots verzeichnet sind.