WLAN für zuhause
Router aufstellen und einstellen: die Handgriffe, die etwas bringen
Ein Router ab Werk ist auf den Durchschnitt eingestellt. Mit ein paar Handgriffen an Standort, Antennen und Funkmenü holst du aus demselben Gerät spürbar mehr heraus, ohne etwas Neues zu kaufen.
Der Standort: mehr als „mittig und erhöht“
Dass ein Router nicht in den Schrank gehört, hat sich herumgesprochen. In vielen Wohnungen steht er trotzdem im Flur auf dem Boden, weil dort die Anschlussdose sitzt. Die Dose bestimmt aber nur, wo das Kabel ankommt, nicht wo der Router stehen muss. Ein längeres DSL- oder Netzwerkkabel kostet wenig und bringt den Router dorthin, wo er die meisten Zimmer erreicht.
Denk dabei in drei Dimensionen. WLAN strahlt rund um die Antenne in alle Richtungen, auch nach oben und unten. Steht der Router im Erdgeschoss eines Hauses ganz unten am Boden, verschenkt er die Hälfte seiner Leistung an den Keller. Wer zwei Etagen versorgen will, stellt ihn im unteren Stockwerk weit oben auf, etwa auf einen Schrank.
Was in der Nähe nicht stehen sollte: Metall, also Heizkörper, Kühlschränke und Regale aus Blech. Wasser in jeder Form, vom Aquarium bis zur Pflanze. Spiegel mit Metallbeschichtung. Und andere Funkgeräte wie die Basisstation eines schnurlosen Telefons, die besser einen halben Meter Abstand bekommt.
Antennen richtig ausrichten
Hat dein Router bewegliche Antennen, stehen sie ab Werk meist alle senkrecht. Das ist für eine Wohnung auf einer Ebene in Ordnung. Für mehrere Etagen oder für Geräte, die flach auf dem Tisch liegen, ist es besser, eine Antenne senkrecht und eine waagerecht zu stellen. Bei vier Antennen zwei senkrecht, zwei im Winkel. Antennen senden am stärksten seitlich, nicht aus ihrer Spitze heraus.
Router ohne sichtbare Antennen haben sie im Gehäuse. Stell sie so auf, wie der Hersteller es vorsieht, meist aufrecht. Liegend auf der Seite strahlen viele deutlich schlechter.
Kanal und Kanalbreite
Im Funkmenü des Routers stehen zwei Werte, die viel bewirken: der Kanal und die Kanalbreite. Die automatische Kanalwahl funktioniert bei neueren Geräten ordentlich, weil sie die Umgebung regelmäßig neu abtastet. Bei älteren Routern bleibt sie manchmal auf einem Kanal hängen, der längst voll ist.
Auf 2,4 GHz sind in Europa die Kanäle 1 bis 13 erlaubt. Überlappungsfrei nutzbar sind davon nur wenige, üblich sind 1, 6 und 11. Wählst du einen Kanal dazwischen, störst du zwei Nachbarnetze gleichzeitig und wirst von beiden gestört. Die Kanalbreite bleibt hier bei 20 MHz. Mehr bringt in einem dicht bewohnten Haus nur mehr Störungen.
Auf 5 GHz ist mehr Platz. 80 MHz Breite sind dort üblich, 160 MHz bringen mehr Tempo, sofern deine Geräte es unterstützen und das Band frei genug ist. Ein Teil der 5-GHz-Kanäle teilt sich das Spektrum mit Wetter- und Flugradar. Der Router muss dort erst lauschen, bevor er senden darf, und wechselt den Kanal, sobald er ein Radarsignal erkennt. Bricht dein Netz ab und zu für eine Minute weg, kann das der Grund sein. Dann hilft ein fester Kanal im unteren Bereich, also 36 bis 48.
Ein Netzname oder zwei
Die meisten Router fassen 2,4 und 5 GHz unter einem Namen zusammen und schieben die Geräte selbst ins passende Band. Diese Bandsteuerung ist bequem und funktioniert meistens. Manchmal hält sie ein Handy aber auf 2,4 GHz fest, obwohl es neben dem Router liegt.
Getrennte Namen helfen in zwei Fällen. Wenn du Smart-Home-Geräte einrichtest, die nur 2,4 GHz können und sich beim Einrichten am gemeinsamen Namen verschlucken. Und wenn du bei der Fehlersuche sicher wissen willst, über welches Band ein Gerät gerade funkt. Für den Alltag kannst du danach wieder zusammenlegen.
Sendeleistung, Zeitschaltung, Neustart
Viele Router lassen sich in der Sendeleistung drosseln oder nachts abschalten. Das spart ein wenig Strom. Steht das WLAN aber schwächer als nötig, wundert sich bald jemand im Haushalt über schlechten Empfang. Prüf diese Einstellung, wenn du einen gebrauchten oder vom Vormieter übernommenen Router einsetzt.
Ein gelegentlicher Neustart behebt manches, was sich über Wochen ansammelt. Muss der Router aber regelmäßig neu starten, damit er wieder läuft, ist das ein Zeichen für einen Fehler in der Firmware oder ein Gerät am Ende seiner Lebenszeit.
Firmware: die Einstellung, die niemand ansieht
Die Firmware ist das Betriebssystem des Routers. Updates schließen Sicherheitslücken, verbessern oft auch die Funkleistung und die Zusammenarbeit mit Mesh-Stationen. Sieh im Menü nach, ob automatische Updates eingeschaltet sind. Bei einem Mietrouter spielt in der Regel der Anbieter die Updates auf.
Bekommt ein Modell gar keine Updates mehr, wird es mit jedem Jahr angreifbarer. Spätestens dann lohnt ein neues Gerät. Wie du Router und Netz außerdem absicherst, steht im Artikel WLAN zuhause absichern.
Die Reihenfolge, wenn du heute etwas tun willst
- Router an einen freien, zentralen Platz holen, notfalls mit längerem Kabel
- Antennen in verschiedene Richtungen stellen
- Firmware prüfen und automatische Updates einschalten
- Kanalbelegung ansehen und auf 2,4 GHz einen freien Kanal aus 1, 6 und 11 wählen
- Kanalbreite: 20 MHz auf 2,4 GHz, 80 MHz auf 5 GHz
- Sendeleistung und Zeitschaltung kontrollieren
- Danach im Problemzimmer neu messen, wie im Artikel WLAN langsam beschrieben
Häufige Fragen
Wo sollte der WLAN-Router in der Wohnung stehen?
Möglichst zentral, frei und auf Tisch- oder Regalhöhe, nicht auf dem Boden, nicht im Schrank und nicht direkt neben Metall oder Wasser. Liegt die Anschlussdose in einer Ecke, kannst du den Router mit einem längeren Kabel weiter in die Mitte der Wohnung holen.
Welchen WLAN-Kanal soll ich einstellen?
Auf 2,4 GHz einen der Kanäle 1, 6 oder 11, je nachdem, welcher in deiner Umgebung am wenigsten belegt ist. Auf 5 GHz reicht meist die automatische Wahl des Routers. Eine WLAN-Analyse-App zeigt dir, welche Kanäle die Nachbarn belegen.
Wie stelle ich die Antennen am Router richtig ein?
Bei zwei Antennen stellst du eine senkrecht und eine waagerecht oder schräg. So erreicht das Signal Geräte in verschiedenen Lagen und auch die Etage darüber oder darunter besser. Bei Routern mit innenliegenden Antennen hilft es, das Gerät aufrecht hinzustellen, wie es der Hersteller vorsieht.
Muss ich die Firmware meines Routers selbst aktualisieren?
Viele Router aktualisieren sich automatisch, wenn die Funktion eingeschaltet ist. Sieh im Menü nach, ob das der Fall ist und wann das letzte Update kam. Bekommt dein Modell gar keine Updates mehr, solltest du über einen Austausch nachdenken, weil Sicherheitslücken dann offen bleiben.