Unterwegs

Öffentliches WLAN sicher nutzen: Hotspot, Freifunk, Vorschaltseite

Am Bahnhof, im Café, im Rathaus: Ein offenes WLAN ist schnell gefunden. Was darüber gefährdet ist, hat sich in den letzten Jahren verschoben. Die meisten Verbindungen sind heute verschlüsselt, die größeren Risiken liegen im falschen Netz und in den Einstellungen deines Geräts.

Was ein Fremder im selben Netz sehen kann

Ein offenes WLAN ohne Passwort verschlüsselt den Funkverkehr nicht. Wer im selben Netz sitzt und das passende Werkzeug hat, kann die Datenpakete mitschneiden. Das klingt schlimmer, als es heute ist. Fast alle Webseiten, Mailprogramme und Messenger verschlüsseln ihre Verbindung selbst, erkennbar am Schloss oder an https in der Adresszeile. Den Inhalt sieht der Mithörer dann nicht.

Was er sieht: welche Dienste du ansteuerst, also etwa den Namen deiner Bank oder deines Mailanbieters, und wann du wie viel überträgst. Dazu dein Gerät, sofern es sich im Netz zu erkennen gibt. Für die meisten Menschen ist das hinnehmbar. Wer dienstlich unterwegs ist oder heikle Dinge erledigt, will auch das nicht preisgeben.

Das falsche Netz: Hotspots mit vertrautem Namen

Das größere Risiko ist ein Netz, das nur so heißt wie das richtige. Jeder kann mit einem Laptop ein WLAN aufspannen und es nach dem Café nebenan, dem Hotel oder einem bekannten Hotspot-Betreiber benennen. Hat dein Handy sich das echte Netz gemerkt, verbindet es sich womöglich von selbst mit der Fälschung.

Ein solcher Hotspot sieht deinen ganzen Verkehr und kann eigene Seiten einblenden, etwa eine gefälschte Anmeldeseite. Dagegen helfen drei Gewohnheiten. Frag im Zweifel nach dem genauen Netznamen. Schalte das automatische Verbinden für öffentliche Netze aus. Und gib nie Zugangsdaten auf einer Seite ein, die sich beim Verbinden von selbst öffnet.

Vorschaltseiten: was sie fragen dürfen

Viele Hotspots zeigen nach dem Verbinden eine Vorschaltseite. Du bestätigst Nutzungsbedingungen, gibst manchmal eine Zimmernummer, eine Mailadresse oder eine Handynummer ein. Das ist üblich. Gib aber nur, was der Zugang wirklich braucht.

Misstrauisch werden solltest du, wenn die Seite nach dem Passwort für dein Mailkonto, dein Konto bei einem großen Plattformanbieter oder deine Bankdaten fragt. Ein seriöser Hotspot braucht das nicht. Wenn die Vorschaltseite nicht von selbst erscheint, öffne im Browser eine beliebige Adresse ohne https. Dann leitet das Netz dich meist dorthin um.

Freifunk: offen, aber anders

Freifunk-Netze heißen meist schlicht nach ihrer Gemeinschaft und tragen das Wort Freifunk im Namen. Betrieben werden sie von Vereinen und Privatleuten, die einen Teil ihrer Leitung teilen. Es gibt keine Vorschaltseite, keine Anmeldung und keine Zeitgrenze. Dein Verkehr läuft in der Regel nicht über den Anschluss des Gastgebers ins Internet, sondern über Server der Gemeinschaft.

Für dich gilt dort dasselbe wie an jedem offenen Netz. Wo in deinem Ort Freifunk-Knoten und andere Hotspots verzeichnet sind, steht auf der Seite deines Orts.

Einstellungen vor dem Einwählen

Ein paar Handgriffe machen dein Gerät in fremden Netzen deutlich weniger angreifbar. Die meisten musst du nur einmal erledigen.

  • Automatisches Verbinden mit offenen Netzen ausschalten
  • Gespeicherte Hotspots löschen, die du nicht mehr brauchst
  • Laptop: Netzwerk als „öffentlich“ einstufen, dann sind Datei- und Druckerfreigaben aus
  • Private WLAN-Adresse am Handy eingeschaltet lassen, sie erschwert das Wiedererkennen
  • Betriebssystem, Browser und Apps aktuell halten
  • Bei Warnungen zu Zertifikaten abbrechen, nicht wegklicken
  • Für Bank und Arbeit lieber Mobilfunk oder ein VPN nutzen

VPN: wann es sich lohnt

Ein VPN legt einen verschlüsselten Tunnel von deinem Gerät zu einem Server, und erst dort geht dein Verkehr ins Internet. Im Hotspot sieht dann niemand mehr, welche Dienste du ansteuerst. Viele Firmen schreiben ihren Leuten ein VPN für Dienstreisen vor, und das zu Recht.

Privat ist es eine Abwägung. Der VPN-Anbieter sieht, was vorher der Hotspot gesehen hätte. Du verlagerst das Vertrauen also nur. Kostenlose Angebote finanzieren sich oft über Daten oder Werbung. Wer zuhause einen Router mit eingebautem VPN-Server hat, kann sich unterwegs auch in sein eigenes Netz einwählen. Das klappt nicht an jedem Anschluss, bei Mobilfunkroutern etwa nur mit Umwegen.

Wenn du ganz sicher gehen willst

Die einfachste Alternative zum Hotspot ist dein Handy. Mit einem Tarif mit ausreichend Datenvolumen machst du daraus einen eigenen, verschlüsselten Hotspot für Laptop oder Tablet. Das kostet Akku und Volumen, nimmt dir aber jede Frage nach dem fremden Netz ab.

Wie du dein eigenes WLAN zuhause so einstellst, dass Fremde dort nicht hineinkommen, steht im Artikel WLAN zuhause absichern.

Häufige Fragen

Ist öffentliches WLAN gefährlich?

Weniger als früher, weil fast alle Webseiten und Apps ihre Verbindungen heute selbst verschlüsseln. Mitlesen kann ein Fremder im selben Netz dann nicht, was du schreibst, wohl aber, welche Dienste du ansteuerst. Die größeren Risiken sind gefälschte Hotspots mit vertrautem Namen, Vorschaltseiten, die nach Zugangsdaten fragen, und Freigaben auf dem eigenen Laptop, die im fremden Netz offenstehen.

Brauche ich im Hotel-WLAN ein VPN?

Nicht zwingend, aber es schadet nicht. Ein VPN verschlüsselt alles zwischen deinem Gerät und dem VPN-Server, auch die Namensabfragen, die sonst offen durchs Netz gehen. Das ist sinnvoll, wenn du dem Netzbetreiber nicht traust oder dienstlich unterwegs bist. Achte darauf, einem seriösen Anbieter zu vertrauen, denn der sieht dann, was das Hotel sonst sehen würde.

Ist Freifunk sicher?

Freifunk ist ein offenes Netz ohne Passwort, das Vereine und Privatleute betreiben. Der Funkverkehr ist wie bei jedem offenen Netz unverschlüsselt, deine verschlüsselten Verbindungen zu Webseiten und Apps bleiben es aber. Freifunk verlangt keine Anmeldung und keine persönlichen Daten. Es gelten dieselben Regeln wie an jedem Hotspot: HTTPS, keine offenen Freigaben, automatisches Verbinden aus.

Wie schalte ich das automatische Verbinden mit WLAN-Netzen aus?

Am Handy öffnest du in den WLAN-Einstellungen die Details des gespeicherten Netzes und schaltest dort automatisches Verbinden ab, oder du lässt das Netz ganz entfernen. Unter Windows und am Mac geht das ebenfalls in der Liste der bekannten Netze. Lösche dort Hotspots, die du nur einmal genutzt hast.

Was in deinem Ort möglich ist

Auf der Seite deines Orts steht, welche Leitungen dort liegen, welche Anbieter verkaufen und welche Hotspots verzeichnet sind.